Unsere aktuelle Perspektive zum Wiedereinstieg

Hallo zusammen!

Es ist Freitag, und nach wie vor ziehen wir nicht der Trainingshalle entgegen, sondern sitzen daheim. Gerade aber jetzt, wo nach und nach viele Angebote wieder öffnen, erreichen uns auch zunehmend Fragen, wie unsere Pläne bei Saltatio sind.

Ich möchte daher zunächst grob umreißen, wie unser Fahrplan derzeit aussieht – und im Anschluss für die, die sich für die Details interessieren, auch erläutern, warum unser Plan so (und: so zurückhaltend) ausgefallen ist.

WIE ES WEITERGEHT (UND WANN)

Wir werden wie angekündigt den Vereinsbetrieb im Mai komplett aussetzen. Darüber hinaus werden wir allerdings auch im Juni noch auf jede Form von Training verzichten.
Im Juli dann werden wir versuchen, schrittweise zu einem Trainingsalltag zurückzufinden, wobei klar sein muss, dass es danach auch nicht direkt wieder wird wie zuvor. „Schrittweise“ bedeutet zum einen, dass wir klar definierte, maximale Gruppengrößen aufstellen werden. Wir werden auch das Training zunächst nur für Vereinsmitglieder möglich machen – schon alleine um besser der Verpflichtung nachkommen zu können, nachzuhalten, wer die Teilnehmer an einzelnen Trainings waren.
„Schrittweise“ wird auch bedeuten, dass wir die Rückkehr zum Training zunächst denen ermöglichen werden, die nicht Teil der definierten Risikogruppen sind. Natürlich möchten wir mittelfristig mit euch allen wieder tanzen, aber wir sehen es auch in unserer Verantwortung, dass niemand dafür ein zu großes Risiko eingeht.

Uns vom Vorstand ist klar, dass das nicht das ist, was sich vermutlich viele von euch wünschen. Wir haben diesen vorläufigen Plan jedoch diese Woche in einer Online-Sitzung mit dem gesamten Vorstand gründlich besprochen und beschlossen – was mich zur Begründung führt.

WESHALB WIR SO VORGEHEN

Rein auf einer rechtlichen Ebene ist mit dieser Woche bereits eine große Lockerung erfolgt. Spätestens ab Pfingsten sind wir rein rechtlich in der Position, das Training wieder aufzunehmen, aber zugleich auch in der Verantwortung, es angemessen zu gestalten.
Die Frage, was angemessen ist, ist aber natürlich nicht so leicht zu beantworten. Wir haben uns mit den Empfehlungen und Richtlinien zahlreicher Verbände auseinandergesetzt, von denen ich einige zentrale Texte auch am Ende verlinken werde, und sind abschließend für uns zu dem Ergebnis gekommen, dass nur, weil wir wieder dürfen, nicht automatisch folgt, dass wir wieder sollten.
Wir sehen uns als Vorstand auch in einer Form von Fürsorgepflicht und es kann nicht sein, dass wir die Besucher unseres Trainings einer Gefahr aussetzen, die in unseren Augen noch immer zu schwierig einzuschätzen ist.

Unsere (im Zweifel vorläufige) Entscheidung, den Juli für den Wiedereinstieg ins Auge zu fassen, basiert auf drei Gründen:
– Es gibt uns die notwendige Zeit, alles entsprechend zu planen und vorzubereiten.
– Es führt uns in ein Zeitfenster, in dem (bei einem positiven Verlauf der Pandemie) gemäß der Dachverbands-Empfehlungen zumindest wieder etwas größere Trainingsgruppen möglich sein sollten.
– Es gibt uns vor allem auch Zeit, abzuwarten, ob ein solcher positiver Verlauf der Pandemie eintritt, oder ob wir uns einer zweiten Welle COVID-19-Erkrankungen stellen müssen, wie derzeit ja von einem Teil der Fachleute angesichts der zügigen Öffnung befürchtet wird.

Zwei andere, wirklich zentrale Aspekte, die wir berücksichtigen müssen, sind Mindestabstand und Körperkontakt. Zwar sieht das Land NRW derzeit auch eine Erlaubnis für Sportarten mit unvermeidbarem Körperkontakt ab Pfingsten vor, aber im Grunde alle Empfehlungen aus dem Bereich der Sport- und Tanzverbände empfehlen dennoch die Einhaltung eines Mindestabstands, je nach Text zwischen 2 und 10 Quadratmetern. Dies stellt uns, die wir ja vor allem Gruppentänze mit regelmäßig wechselnden Tanzpartnern ausüben, vor große Schwierigkeiten und wird etwas sein, was uns auch im Juli noch beschäftigen und unseren Trainingsalltag mitprägen wird.

Erneut, wir würden auch lieber gerne einfach wieder tanzen. Aber weder aus den rechtlichen Möglichkeiten, noch aus den vielen schlicht unwägbaren Details des weiteren Pandemie-Verlaufs können wir für uns eine moralische Carte blanche ableiten. Lieber lassen wir uns am Ende sagen, wir währen übervorsichtig gewesen, als dass wir schlimmstenfalls eine Ausbreitung der Krankheit unter unseren Vereinsmitgliedern beobachten müssen.
Denn das wäre am Ende des Tages die wirklich schlechte Nachricht.

Wir schauen weiterhin, ob wir noch etwas finden werden, um euch über die kommenden anderthalb Monate zu bringen – und werden uns auch bezüglich der anderen, offenen Punkte (Tanzbälle, Mitgliederversammlung etc.) bei euch melden, sowie wir Dinge definitiv sagen können.

Bis dahin aber gilt weiter: Bleibt gesund!

Viele Grüße,
Thomas
für den Vorstand

Quellen zur Entscheidungsfindung

Deutscher Olympischer Sportbund – Wiedereinstieg in das vereinsbasierte Sporttreiben

Deutscher Tanzsportverband e.V. – Voraussetzungen für einen Wiedereinstieg

Deutscher Berufsverband für Tanzpädagogik e.V. – Handlungsempfehlung zur schrittweisen Öffnung von Ballett- und Tanzschulen zum 11.05.2020

Landessportbund NRW – Empfehlungen bei der Wiedereröffnung des Sportbetriebs im Rahmen der Corona-Pandemie: Ein Wegweiser für Vereine